Vintage Top ohne Schnittmuster nähen – Mein erster Versuch

Die am häufigsten gestellte Frage meiner LeserInnen ist: „Wo bekomme ich dieses Schnittmuster?“ Und entsprechend groß ist die Enttäuschung wenn ich ihnen dann sagen muss, dass es diesem Originalschnitt aus den Fünfzigerjahren schon sehr lange nicht mehr zu kaufen gibt. Die meisten meiner Schnitte stammen aus alten Nähmagazinen, die man nur noch selten und wenn dann recht teuer über Ebay oder Aniquariate beziehen kann. Der Frust meiner LeserInnen macht auch mich traurig, weswegen ich mit diesem Projekt mal eine ganz neue Richtung eingeschlagen habe: Ich nähe ein Vintagetop, nach einer Original Anleitung aus den 1950er Jahren, ganz ohne Schnittmuster!

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Ich habe zum ersten Mal einen Fascinator genäht!

Mein lila Partykleid hat mich im letzten Monat hochgradig frustriert. Es wollte nicht richtig passen und ich hatte keine Lust mehr, daran weiter zu tüfteln.
Während ich das Nähen des Kleides vor mir herschob, kamen mir die besten Ideen für andere, interessantere Nähprojekte. So entstand auch die Idee, mir ein passendes Headpiece zum Kleid zu nähen. dazu zu nähen. Daraus entstand dann der passende lila Fascinator, mein erster selbstgenähter „Hut“

Ein Hütchen in Ehren…

Es gab einmal eine Zeit, da wäre eine Dame ohne Hut niemals vor die Tür gegangen. Der Hut gehörte zu jedem Outfit genauso dazu wie die Unterhose.
So kam es, dass mir in den letzten Jahren zusammen mit den Schnittmustern auch viele Hutdesigns begegneten. Mein ältestes Nähbuch aus den Dreißigerjahren enthält sogar ein ganzes Kapitel darüber, wie man Hüte selber macht.
Und während ich mir das so durchlas, bekam ich Lust, das auch mal auszuprobieren…

Einen Hut zu machen ist aber keine Kleinigkeit. Das erfordert viel Materialwissen, handwerkliches Geschick und Ausrüstung. Nicht umsonst ist die Hutmacherei ein eigener Ausbildungsberuf („ModistIN“ genannt).
Dennoch wollte ich es einmal versuchen und beschloss, mit etwas Kleinem anzufangen. Ein „Hütchen“ sollte es also werden, eher dekorativer Kopfschmuck als Kopfbedeckung. Und so beschloss ich, mit meinen ersten Fascinator zu nähen.

Wie kann man einen Fascinator nähen?

Ich habe noch nie einen Fascinator besessen, geschweige denn genäht. Deswegen habe ich mich erstmal bei YouTube schlau gemacht, wie so ein Hütchen eigentlich aufgebaut ist und welche Möglichkeiten es gibt, eins zu nähen. Dabei bin ich unter anderem auf diese zwei großartigen Tutorials von LittleAntiqueMe und Pose gestoßen.

Wie man daran sieht gibt es schonmal mehrere unterschiedliche Ansätze, einen Minihut zu konstruieren. Trotzdem wollte ich mehr wissen und suchte noch weiter im Web nach Anleitungen. Dabei stieß ich auf diese hier von ProfessorPincushion, in der ein Filzhütchen mithilfe eines Korsettstabs seine Form bekommt.
Diese Variante kam mir sehr gelegen, da ich von meinem letzten Corsagenprojekt (Beitrag folgt ganz bald), noch ein Stück Sprialstab übrig hatte.

Video mit Anleitung für einen Fascinator mit Korsagenstab

Mit dieser Anleitung kam auch direkt ein Grundschnitt dazu, den ich abwandeln konnte.

Das Material:

  • 20×40 cm Stoff (Ich habe hier den von meinem lila Abendkleid verwendet). Für die Unterseite habe ich ein Stück schwarzen Baumwollstoff verwendet
  • Passendes Schrägband, schwarz, ca 40-50cm
  • Vlieseline  S 320 Bügeleinlage
  • 15cm Krinolinestab
  • Tunnelband für den Stab oder Schrägband

So ist der Fascinator entstanden

Zuerst habe ich den Grundschnitt etwas verändert. Mein Fascinator ist etwas „eiförmiger“ als der ursprüngliche Grundschnitt und ein paar cm kleiner.

  1. Bügeneinlage aufbügeln und Tunnelband auf den unteren Teil des Hütchens aufnähen

An dieser Stelle habe ich direkt auch unten am Hütchen noch zwei Streifen Satinband aufgenäht. Dort fädle ich dann später die Klammern ein, mit denen ich den Fascinator auf meinem Haar feststecke
2. Korsagenstab einfädeln und die beiden Teile des Hütchens zusammenheften

Fascinator nähen mit Korsagenstab

Da mein Fascinator ja ursprünglich mal nur ein „erster Versuch“ war, habe ich mir die Endkappen für den Stab gespart und die Enden einfach mit Tape umwickelt. Da der Stab ja innen liegt, ist das komplett unsichtbar. Grundsätzlich lässt sich das auch bei Corsagen von Kleidern machen, da hier die Stäbe aber beim Tragen ständig in Bewegung sind, würde ich es nicht empfehlen. Da ist die Gefahr zu groß, dass der Stoff durchscheuert.


3. Ränder mit Schrägband einfassen

Das Schrägband selbst habe ich mit der Nähmaschine angenäht, aber das überlappende Ende ausgelassen. Damit dieses sauber anliegt und nicht verrutscht, habe ich es von Hand festgenäht.


4. Federn, Schleife und sonstige Deko aufkleben

„Welcher Kleber ist der Richtige für dieses Material?“, fragte ich mich und begann zu experimentieren: Nachdem ich mich zuerst mit Stoff- und Sekundenkleber versucht hatte fiel mir ein, dass ich ja auch eine Heißklebepistole besitze. Mit der hat das Aufkleben dann einwandfrei funktioniert.

Fazit: Mein erster selbstgenähter Fascinator

Ich kann mir nicht helfen – ich liebe dieses Hütchen einfach! Dieses Headpiece hat mein „Hochzeitsparty“-Outfit komplett gemacht. Jedes Kleid sieht direkt eleganter aus mit dem passenden Hut. Von einem „Hut“ kann zwar noch lange keine Rede sein, aber es ist ein Anfang.

Dabei war er super einfach zu nähen bzw. zu basteln. Bei der Hochzeit waren schwarze Schleier nicht im Dresscode erlaubt, aber ich möchte mich für den Fascinator unbedingt noch einen kleinen schwarzen Tüllschleier nähen. Beim nächsten Party-Event trage ich ihn dann wieder. 🙂

Der Fascinator war schon einige Wochen fertig, da habe ich – ganz kurz vor knapp – dann schließlich auch das Kleid noch geschafft. Wie das Kleid entstanden ist, kannst Du hier im dazugehörigen Blogbeitrag nachlesen.

Du möchtest Dir auch einen Fascinator nähen? Dann schreib‘ mir doch gerne einen Kommentar! Ich bin gespannt auf Deine Ideen und Ergebnisse.

Deine
Lasercat

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Kleid nähen aus Taft nach Gerties Dressbook

Während 2021 so gar kein Jahr für schicke Kleider war, jagt in diesem Jahr seit Beginn des Frühlings ein Event das nächste. Manchmal erscheint es mir stressig, dann wieder großartig, denn endlich habe ich die Möglichkeit, meine schicken selbstgenähten Kleidungsstücke mal wieder auszuführen. Tatsächlich habe ich so viele Ideen für neue Nähprojekte, dass ich mir am liebsten für jedes Event ein neues Outfit nähen würde.

Man sagt jedoch „Du kannst nicht auf allen Hochzeiten tanzen“, also werde ich nicht für jede Party in diesem Jahr ein Kleid nähen. Viel Tanzen muss ich zum Glück auch nicht, eine Hochzeit habe ich aber trotzdem schonmal besucht. Und für diese Hochzeit ist dieses Kleid hier entstanden.

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