Bis zu jedem Konzert hielt ich Ghost für eine ziemlich tolle Band. „Meliora“ war damals, 2016 das aktuelle Album der Band und als sie das live in Wiesbaden präsentierten, mussten wir natürlich sofort hin. Und weil es damals cool war, im Bandshirt zum Konzert zu gehen, habe ich mir ein Ghost-Tshirt bestellt. Das Konzert war dann allerdings ziemlich enttäuschend. Auch wenn viele das anders sehen – Ich hatte von der Band mehr erwartet. Digital höre ich die Band aber nach wie vor noch gerne, weswegen ich beschlossen habe, aus meinem alten T-Shirt etwas Tragbares zu machen.

Werbekennzeichnung: Das Material für dieses Upcycling-Projekt wurde mir von StoffMetropole zur Verfügung gestellt.

T-Shirt Upcycling zum Longsleeve

Der Rock auf dem Bild ist übrigens auch ein Upcycling-Projekt. Ich habe ihn aus einer alten Hose von meinem Mann gemacht 🙂 Hier in diesem Beitrag habe ich beschrieben, wie ich die Cordhose in einen Minirock umgewandelt habe.

Vorgehen, Plan und Material

Der erste Schritt beim Upcycling ist es immer sich zu entscheiden, welche Teile des alten Shirts an welchem Platz im Neuen sein werden.

Ich gehe dabei immer vom Motiv aus und überlege mir, wo genau es bei meinem neuen Oberteil sitzen soll. Idealerweise sitzt es dann genau wie beim alten Shirt, vorne mittig. Bei zu kleinen Shirts ist das manchmal schwer zu realisieren. Wie ich das gemeistert habe, könnt ihr hier nachlesen.

Altes Ghost Shirt

In diesem Fall hatte ich durch den weiten Herren-Schnitt massig Stoff zur Verfügung, um ein neues T-Shirt zuzuschneiden.

Material:

Das Schnittmuster

Bei diesem Shirt habe ich mich mal aus der Komfortzone gewagt und einen neuen Schnitt ausprobiert. Der Grundschnitt für dieses Shirt stammt aus der Burda Style 08/2007. Auf den ersten Blick sieht es aus, wie ein langärmliges Jäckchen über einem ärmellosen Top. Ich erinnere mich dunkel, dass diese kleinen Jerseyjäckchen in den 2000ern tatsächlich ziemlich angesagt waren. Bei diesem Shirt ist das Jäckchen aber direkt an das Top angeschnitten.

Änderungen am Schnitt:

Wie so oft bei Burdastyle-Schnitten, war der Schnitt von der Größe her mal wieder etwas seltsam bemessen. Da die Burdastyle-Oberteile oft um Schultern und Taille herum sehr weit sind, aber gleichzeitig wenig Raum für die Brust haben, habe ich Gr.36 ausgeschnitten. Nach kurzem Durchmessen musste ich feststellen, dass ich auch um die Brust herum im Shirt genug Platz hatte und kein Full-Bust-Adjustment am Schnitt nötig war. Die Ärmel waren allerdings etwas zu kurz, die habe ich ca. 4cm verlängert.

Einsätze

Wie immer, wenn ich beim Upcycling schwarz mit schwarz kombiniert habe, hat der Schwarzton des T-Shirts nicht zum Schwarzton des Stoffs gepasst. Da das T-Shirt nie getragen und nur einmal gewaschen war, war der Unterschied minimal. Trotzdem war im Tageslicht zu erkennen, dass die beiden Jerseys unterschiedliche Strukturen haben. Deswegen habe ich den geschwungenen Ansatz verändert und zwei farblich abgesetzte Jerseystreifen eingesetzt. Auch die Ärmel habe ich mit dem dunkelroten Jersey eingefasst. Dadurch bekommt der Schnitt eine völlig neue Optik

Ein bisschen Feedback zum Nähen

Wie so oft bei Jerseyteilchen war auch dieses Shirt schnell genäht – So schnell dass ich kaum zum Fotografieren kam. Ein paar interessante Erkenntnisse möchte ich trotzdem mit Euch teilen.

Die geschwungenen Ansätze

In der Nähanleitung werden sie einfach nur „angenäht“. Damit die kurvenförmigen Ansätze aber auch nach dem Bügeln eine schöne Kurvenform haben, habe ich die Nahtzugaben nicht mit der Overlock versäubert, sondern erstmal eingeschnitten und danach von der Rechten Seite auf dem Ansatz festgesteppt. Dadurch verliert das Shirt etwas an Elastizität, da der Jersey sich aber in der Breite dehnt, macht das beim Anziehen und Tragen keinen Unterschied.

Geschwungene Kanten einschneiden

Kräuseln mit Framilon-Band

Die schöne Herzform des Ausschnitts vorne entsteht dadurch, dass der Stoff an der vorderen Mitte gekräuselt wird. Im Originalschnitt gibt es eine vordere Mittelnaht, die dafür genutzt wird. Da ich ja aber vorne mittig mein T-Shirt-Motiv habe, konnte ich das Shirt ja nicht in der Mitte durchschneiden. Deshalb habe ich hier etwas improvisiert:

Ich habe die vordere Mitte vom Ausschnitt abwärts ein Stück eingeschnitten. Dann habe ich diese Naht zusammengenäht, die Nahtzugaben auseinander gebügelt und dann ein Stück Framilonband auf der Nahtlinie gedehnt angenäht. So entsteht eine tolle, gleichmäßige Kräuseloptik.

Framilon Kraeuseln

Fazit

Lang lebe die Kleidung! Die alten T-Shirts nicht wegzuwerfen, sondern etwas Schönes und Neues daraus zu machen ist nicht nur gut für einen selbst – Auch die Umwelt dankt es Dir, wenn Du nicht immer nur aus neuen Stoffen nähst. Und welche Frau träumt nicht heimlich davon, einen Schrank voller Kleidungsstücke zu haben, die wirklich alle passen?

Ich habe mir jedenfalls zum Ziel gesetzt, nur noch Kleidung zu besitzen, die mir auch passt. Wozu Sachen jahrelang aufheben, die noch nie gepasst haben? Ich bin darüber hinweg meinen Körper verändern zu wollen. Wenn er sich verändert, dann ist das einfach so und dann muss ich irgendwann eben womöglich meinen Schrank wieder aussortieren.

Was dieses Upcycling-Projekt angeht, bin ich mit dem Ergebnis mittelmäßig zufrieden. Es passt zwar ganz gut, aber wie immer gibt es trotzdem ein paar Dinge, die ich beim nächsten Mal anders machen würde.

Was würde ich beim nächsten Mal anders machen:

  • Die geschwungenen Einsätze umnähen und von dem Mittelteil stärker absetzen, so dass es wirklich eine „Jäckchen über dem T-Shirt“ Optik bekommt. Sie einfach so ohne Absteppen anzunähen wie im Schnitt vorgegeben, sieht einfach ziemlich doof aus.
  • Grundsätzlich ist das Oberteil des Shirts ziemlich lang. Beim nächsten Mal würde ich den Ausschnitt etwas nach oben versetzen.
  • Obwohl ich die Ärmel schon verlängert habe, könnten sie für mich noch ein Stückchen länger sein
  • Obwohl ich Gr.36 zugeschnitten habe, ist das Shirt ziemlich lang geraten. Es stört mich nicht weiter, da ich ja recht groß bin und meine Oberteile auch gerne etwas länger mag. Aber Damen unter 170cm Körpergröße sollten sich das Shirt auf jeden Fall kürzen.

Dieses Projekt war außerdem mein erstes Kooperationsprojekt zusammen mit StoffMetropole. Wer sich jetzt fragt: „Huch, ist das alles hier jetzt Kommerzkacke?“ kann sich aber beruhigen. Mein Blog ist immer noch unabhängig und unkommerziell. Aber ich freue mich auch immer, wenn jemand mein Hobby wertschätzt und unterstützt. Ich bin sehr glücklich über diese Chance und auch über den super netten Kontakt zu Timo und seinen Mitarbeitern von SotffMetropole. Wir hatten einen wirklich spannenden Austausch zum Thema Nähen und Nachhaltigkeit. Ich finde es toll, dass ein Online-Shop für neue Stoffe das Thema „Upcycling“, bei dem es ja um „alte“ Kleidung geht, auch fördert und bewirbt, obwohl man beim Upcycling durch die Verwendung alter Kleidung ja deutlich weniger neuen Stoff braucht. Nachhaltigkeit bedeutet eben mehr als nur „bio“ – Gerade im Bereich des Nähens gibt es so viele Möglichkeiten, das Hobby umweltfreundlicher zu gestalten. Ich möchte mich an dieser Stelle für das Stoffpaket bedanken und hoffe, dass wir bald wieder gemeinsam upcyceln werden. 😊

Ich für meinen Teil bin gerade schon mitten drin im nächsten Nähprojekt. Nach so viel Jersey geht es für mich jetzt endlich mal wieder weiter mit etwas nicht-elastischem. Aber eins kann ich schonmal versprechen – Es gibt GLITZER!!!

Konfetti (nachhaltig aus alten Zeitungsschnipseln) für alle!

Eure Lasercat

Verlinkt bei DuFürDich am Donnerstag

Vielen Dank an StoffMetropole für das Material und die Zusammenarbeit!

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