Am 4.Mai war ja Star-Wars-Tag („May the Fourth be with you!“ 😉 ). Aber gibt es auch einen Startrek-Tag??? Ich habe nichts gegen Star Wars, bin aber sicherlich eher Mitglied der Sternenflotte als Yedi-Ritter. Kurzum: Ich mag Startrek einfach lieber. Die Idee des Raumschiffs, das im Weltall unterwegs ist, um anderen Nationen/Planeten/Rassen zu helfen und den intergalaktischen Frieden zu wahren, gefällt mir einfach besser als die Familiengeschichte eines Ritters mit Superkräften in einer weit entfernten Galaxie.

Jedenfalls liebe ich die alten Raumschiff Enterprise Folgen. Sie sind so herrlich trashy, etwas chauvinistisch, enthalten Humor und jede Geschichte hat eine Moral (z.B. „Nicht jede Dame im Bikini ist das, wonach sie aussieht“ 😛 ).

Dementsprechend habe ich direkt zugeschlagen, als ich diesen geilen Stoff vor einigen Jahren auf dem Stoffmarkt entdeckte:

Star Trek Meterware

Ich war mir damals schon sicher, dass ich aus diesem Stoff einen Rock nähen wollte. Allerdings war mir ein schlichter Teller- und A-Linienrock dafür irgendwie zu langweilig und auch sonst hatte ich weder Schnitt noch Ideen dafür. Deswegen ist der Stoff bei mir im Schrank einige Jahre gereift, bis ich ihn vor einigen Wochen wieder ausgepackt habe.

Das Schnittmuster

Nachdem ich meinen lila Vintagerock mit den aufgesetzten Taschen fertiggstellt hatte, wollte ich unbedingt noch so einen nähen. Es ist eigentlich ein A-Linien-Schnitt, durch den sehr ausgestellten Saum wirkt er aber beim Tragen wie ein Tellerrock, ohne auf der Hüfte Falten zu werfen. Das finde ich ziemlich vorteilhaft für die Figur, außerdem hat man so die Möglichkeit, den Rock mit aufgesetzten Taschen, Schleifen oder Borten zu dekorieren.  Am besten funktioniert dieser Schnitt bei Stoffen mit etwas Stand.

Der Grundschnitt stammt aus dem Buch „Gertie sews vintage casual“ von Gretchen Hirsch** – Ja, dieses Buch schon wieder 😀 .Ich weiß, dass derzeit jedes 2. Kleidungsstück von mir aus diesem Buch stammt. Nervt es langsam schon?  Ich finde die Ideen aus dem Buch so inspirierend und die Grundschnitte eignen sich wunderbar dazu, sie immer weiter zu entwickeln.

Das habe ich auch diesen Schnitt verändert:

  • Die Größenanpassung hatte ich bereits für den lilanen Rock gemacht. Im Beitrag dazu habe ich das bereits genau beschrieben
  • Da mein Stoff für die volle Rockweite nicht gereicht hat, habe ich die Rockbahn seitlich etwas eingefaltet, um Weite rauszunehmen
  • Ich habe oben am Rock einen Bund angesetzt. Da Der Rock bei mir etwas tiefer saß als gewünscht, habe ich den Bund einfach oben angefügt. Der Bund hat eine fertige Breite von 4cm und ist halbrund geschnitten, analog der oberen Rockkante
  • Dieses Mal habe ich die einfachen aufgesetzten Taschen (ohne Falte) verwendet, habe sie allerdings rundherum gut 2cm größer gemacht, weil mir die „Minitaschen“ aus dem Buch nicht so gefallen haben –  Mein Handy sollte schon mindestens reinpassen!

Zuschnitt der Rockbahn für den Rockabillyrock

Wer genau hinsieht erkennt, dass der Schnitt auf dem Bild verkehrtherum auf dem Stoff liegt. Zum Glück habe ich das direkt nach dem Fotografieren noch gemerkt, sonst würde Captain Kirk jetzt auf dem Kopf stehen. 😉

Schnell genäht ist halb gewonnen…

…Oder so. Mir fällt kein guter Spruch für diese Überschrift ein. Jedenfalls geht es in diesem Absatz darum, wie ich den Rock zusammengenäht habe.

Zugeschnittene Teile des ausgestellten Rocks

Ich habe ihn übrigens dieses Mal im geraden und nicht im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, wegen des Musters. Die Seitennähte des Rocks sind schnell zusammengenäht und auch der Bund war nicht besonders schwer zu nähen.

Die Taschen habe ich außen mit Paspelband dekoriert, um sie noch etwas vom Rest des Rocks abzuheben.

Startrek Detail Aufgesetzte Tasche mit Paspelband

Der Teufel steckt im Detail

Und das besondere Detail an diesem Rock ist definitiv der in Falten gelegte Ansatz am Saum. Da der Startrek-Stoff etwas steif ist, wollte den Saum noch ein bisschen „beschweren“, damit der Rock schön schwingt.

Bei meinem schwarzen Kleid hatte mir der gefaltete Spitzenbesatz am Saum sehr gut gefallen. Die Borte wird dabei nicht gerafft, sondern in Falten gelegt und gebügelt, so dass am Saum ein „flaches“ Band entsteht und keine abstehende Rüsche. Diese Technik hatte mir so gut gefallen, dass ich sie bei diesem Rock auch wieder anwenden wollte.

Ich habe also aus schweren, schwarzen Baumwollstoff den doppelten Umfang des Rocks (ca. 4m) mit einer Höhe von 10cm zugeschnitten. Da ich keine 4m am Stück hatte, habe ich die lange Bahn aus mehreren Streifen zusammengestückelt. Diese habe ich dann an einer Seite zweimal schmal eingeschlagen, gebügelt und abgesteppt. Das ist dann die untere Kante.

Dann ging es ans Rechnen. Meine Falten sind immer im Abstand von 4cm gelegt und von der Breite so angesetzt, dass am Ende genau der Umfang des Saums, also die Hälfte, übrig bleibt. Dann habe ich erstmal 4m Stoff in Falten gelegt und gebügelt. Die obere Kante habe ich dann mit der Overlock versäubert und dadurch auch gleich die Falten fixiert.

Saumansatz mit Falten

 

Den Saum des Rocks habe ich dann umgebügelt und die „Rüsche“ von innen angesteckt. Festgenäht habe ich ihn von Hand mit Blindstich. Das mag zwar ziemlich zeitaufwendig sein, aber ich finde handgenähte Säume sehen bei mir immer besser aus, als die mit der Maschine genähten.

Fazit: Hoffnung auf  Rockn‘ Roll

Am 19.Mai werde ich das erste Mal geimpft, die Geschäfte machen wahrscheinlich bald wieder auf und auch die Gaststätten durften ihre Außenbereiche wieder öffnen. Nicht nur die Aussicht beim Fotografieren war schön, auch ich habe das Gefühl, dass mit den warmen Temeperaturen auch wieder Zeiten kommen, in denen das Leben wieder etwas geselliger wird. Ich gebe zumindest die Hoffnung nicht auf, dieses Jahr noch ein „echtes“ Konzert oder Festival zu erleben.

Tellerrock mit Nerdmotiv

Rockabilly Tellerrock

Dazu  würde ich diesen Rock dann auf jeden Fall anziehen. Zusammen mit dem schwarzen Shirt wird der Rockbund quasi unsichtbar. Den Bund habe ich extra angenäht, um einen „Gürtel“-Effekt in der Taille zu erhalten oder ihn auch mal mit Gürtel tragen zu können. Mit einem dunklen Oberteil funktioniert dieser Effekt aber nicht wirklich. Womöglich brauche ich doch mal ein weißes T-Shirt, damit der Bund wirklich zur Geltung kommt. Man kann das Shirt aber natürlich auch einfach über dem Rock tragen, dann fällt der Bund auch nicht weiter auf 🙂

Ansonsten lässt sich der Rock mit T-Shirt und Sandalen sehr alltagstauglich stylen, mit Petticoat und High Heels wird er partyfertig. Da der Stoff von selbst schon viel Stand hat, braucht es allerdings nicht viel Petticoat.  Einen Unterrock trage ich trotzdem auf jeden Fall darunter um zu verhindern, dass der Rock beim Gehen zwischen den Beinen hängt oder an der Strumpfhose „klebt“.

Rockabilly Outfit mit Aussicht

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Start in den Sommer, Hoffnung und Durchhaltevermögen. Die Welt wird vielleicht nicht mehr die Selbe sein wie vor Corona, aber solange es irgendwann wieder Live-Musik gibt, ist das schon ok, oder?

Bis dahin,
Eure Lasercat

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1 Comment on Beam me up, Scotty! Schwingender Rock im Startrek-Print

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