In meinen vielen Social Media Nähgruppen lese ich öfters die Frage, wie man Schnittmuster eigentlich optimal aufbewahren kann. Wenn man erstmal einige Jahre näht, sammeln sich irgendwann wahre Massen von Papierschnitten. Egal ob man sie ausdruckt oder abpaust, in der Regel werden die Schnitte ja nach dem Nähen nicht einfach weggeworfen – Man könnte sie ja mal wieder gebrauchen. Und so liegt bei dem einen ein fetter Papierstapel in der Ecke, bei anderen quillt die Schublade über.

Ich habe Ende letzten Jahres mein Nähzimmer in einen anderen Raum umgezogen und die Gelegenheit genutzt, meine Schnittmuster auszusortieren und neu zu organisieren. Daher habe ich mir einige Gedanken gemacht, wie ich das am besten bewerkstellige. Außerdem möchte ich gerne meine bisherigen Erfahrungen mit der Aufbewahrung von Schnittmustern mit euch teilen und einige Möglichkeiten vorstellen, zusammen mit ihren Vor- und Nachteilen.

Schnittmuster richtig beschriften

Ganz egal wo und wie Du deine Schnittmuster aufbewahrst: Damit Du sie wieder finden und nutzen kannst, ist die richtige Beschriftung das A und O. Viele Schnitte aus dem Internet haben alberne Namen wie „Mila“, „Herzkönigin“ oder „Knaddldaddl“, die kann man sich gut merken. Wenn Du Dir die Nähanleitung auch direkt mit ausdruckst, kannst Du sie einfach zum Schnitt legen und hast direkt alle benötigten Informationen, die Du brauchst wenn Du das Teil mal wieder nähen möchtest.

Bei Schnittmustern aus Nähzeitschriften wie der Burda Style, der Fashion Style oder Ottobre finden sich alle Infos zum Modell und die Nähanleitung in der Zeitschrift. Ich selbst nutze hauptsächlich Schnitte aus Zeitschriften, daher ist das Thema Beschriftung für mich sehr wichtig. Erstmal beschrifte ich die einzelnen Schnittteile. Dort schreibe ich immer drauf, um welches Modell es sich handelt, aus welcher Zeitschrift es stammt und welche Größe ich zugeschnitten habe. Dann lege ich mir zum Schnittmuster immer noch eine A4-Seite dazu, auf der ich folgende Infos sammle:

  • Zeichnung des Schnitts
  • Zeitschrift, Monat und Jahr
  • Größe, die ich abgepaust habe
  • Änderungen, die ich am Schnitt vorgenommen habe
  • Sonstige Anmerkungen und Tipps, die ich beim nächsten Nähen berücksichtigen möchte

Schnittmuster richtig beschriften

Schnittmuster in die Nähzeitschrift klemmen

Auch wenn diese Methode der Aufbewahrung erstmal ungünstig erscheinen mag: Meine Mutter hat 40 Jahre lang ihre Schnittmuster so aufbewahrt. Sie hat praktisch nur Schnitte aus Burda Style Magazinen abgepaust und diese dann wieder in die Zeitschrift geklemmt – Genau auf die Seite im Nähjournal, wo sich das genähte Kleidungsstück befand. Ihre Schnittmuster hat sie übrigens nichtmal richtig beschriftet. Meine Mutter hatte allerdings auch ein exzellentes Gedächtnis. Sie besaß alle Burdastyle Magazine von 1972 bis etwa 2010 und konnte sich noch genau erinnern, aus welchem Heft sie etwas genäht hatte.
Als ich mit dem Nähen nach Burdastyle begonnen habe, habe ich auch einige Schnittmuster erstmal nur in das Heft geklemmt. Allerdings war ich damals etwa zwölf Jahre alt und habe keine Ahnung mehr, ob ich dabei nicht ein paar Schnitte verloren habe. Heute spielt das aber ohnehin keine Rolle mehr, da mir diese Schnitte nicht mehr passen würden.
Manchmal, wenn ich in meinen Burdas stöbere, fällt mir noch ein Schnittmuster von meiner Mutter entgegen. Es erinnert mich an sie und ihr gutes Gedächtnis, ich jedoch benötige etwas mehr Struktur zur Aufbewahrung meiner Schnittmuster.

Diese Methode zur Aufbewahrung eignet sich wunderbar für alle, die eher wenig nähen und selten Schnittmuster aus Zeitschriften verwenden. Ist der Schnitt ordentlich beschriftet, lässt er sich auch Jahre später wieder nutzen.

Schnittmuster aufrollen

Diese Aufbewahrungsmethode eignet sich besonders gut für große Schnittmuster. Der Vorteil ist, dass der Schnitt dabei nicht geknickt wird. Dadurch entfällt das nervige Bügeln des Papiers vor dem Zuschneiden. Der Schnitt wird dabei einfach eingerollt, die kleineren Teile sind dabei innen. Dann kannst Du die Rolle entweder mit einem Band zusammenbinden, oder in eine leere Klopapierrolle stecken, um sie zu fixieren.

Ich finde diese Idee sehr gut, habe diese Methode der Aufbewahrung allerdings selbst nie genutzt. Mir war die Aufbewahrung der Rollen im Regal oder einem Korb zu unpraktisch. Daher habe ich es in Kauf genommen, meine Schnittmuster zu knicken.

Schnittmuster in einem Ringordner aufbewahren

Ich habe Jahrelang meine Schnittmuster in Ordnern aufbewahrt, sortiert in beschrifteten Klarsichthüllen. Das hat am Anfang sehr gut funktioniert, als es aber mehr und mehr Schnitte wurden, wurde es unpraktisch. Mit der Zeit haben die schweren Papierschnitte die Klarsichthüllen verzogen, einige sind sogar gerissen. Immer wenn in den Ordner aus dem Regal gezogen habe, kamen mir schon ein paar davon entgegen. Irgendwann hatte ich außerdem drei volle Ordner, weil einer nicht mehr gereicht hat. Auch wenn ich selbst inzwischen eine andere Form der Aufbewahrung gefunden habe, finde ich das Aufbewahren der Schnitte im Ordner gar nicht so schlecht, immerhin kann man sie so ordentlich beschriften und sortieren.

Schnittmuster in Hängemappen aufbewahren

Lange habe ich nach der optimalen Methode gesucht, um meine Schnittmuster aufzubewahren. Ich wollte dass sie staubsicher aufbewahrt sind, ordentlich beschriftet und gleichzeitg aber auch gut durchsuchbar und stapelbar. Auf die Idee mit den Hängeregistern kam ich zu anfangs nicht. Hängeregister kannte ich noch aus dem Büro meiner Eltern – Als offene Plastikboxen, in die von oben der Staub rein rieselte während sich am Boden tote Spinnen sammelten…

Dann habe ich in einem anderen Blog durch Zufall die tollen Click&Store Archivboxen von Leitz entdeckt. Die sehen elegant aus, sind staubsicher und mit 15 Euro pro Box auch nicht zu teuer. Zu kaufen gibt es sie unter anderem hier beim Böttcher Büro-Shop in den Farben schwarz und weiß.*

In so eine Box passen mindestens 20 Hängemappen. Je nach Dicke durch die Schnittmuster können auch mehr oder weniger sein. Ich habe mir zwei Boxen bestellt und meine Schnittmuster aktuell in „Erwachsene“ und „Kinder“ unterteilt. Die Mappen musste ich mir nicht kaufen – Die stammen tatsächlich aus dem Büromaterialschrank meiner Eltern. Teilweise sind die Plastikreiter für die Etiketten etwas vergilbt, aber das stört mich nicht weiter.
Die Mappen selbst habe ich mit einem aussagekräftigen Namen für den Schnitt beschriftet. In der Mappe liegt ganz vorne mein A4 Blatt mit den Infos zum Schnitt, das ich einfach aus dem Ordnersystem übernommen habe.

Die Vorteile dieser Aufbewahrungsmethode liegen auf der Hand:

  • Große Schnittmuster können gut untergebracht werden
  • Schnittmuster sind staubsicher aufbewahrt
  • Sortierung ist einfach

Einziger Nachteil ist, dass die Boxen leider nicht in mein Ikea Kallax Regal passen. Als ich sie im Web entdeckt habe, standen sie in einem solchen Regal, daher nahm ich an, sie würden bei mir auch reinpassen. Da habe ich mich leider geirrt – Hätte ich doch besser nochmal nachgemessen. Weiter schlimm finde ich das allerdings auch nicht, da die Boxen nun eben oben auf dem Regal stehen, wo sie einen guten Platz haben.

Schnitte in einer Archivbox aufbewahren

Schrank mit Hängemappen

Die Luxusvariante ist natürlich eine ganze Schublade für die Hängeregister. Die kennt ihr vielleicht noch von früher aus den Büros. Heutzutage gibt es dort nicht mehr viel Papier und keiner braucht mehr einen Schrank für Hängemappen. Deswegen gibt es diese aktuell sehr günstig gebraucht bei Ebay Kleinanzeigen zu kaufen. Ein bisschen Farbe drauf und schon hast Du ein schickes und praktisches Möbelstück zur Aufbewahrung Deiner Schnittmuster.

Die Schnitte sind hier zwar ordentlich und staubsicher aufbewahrt, allerdings benötigt man schon etwas Platz, um einen ganzen Schrank dafür aufzustellen. Diese Möglichkeit der Aufbewahrung lohnt sich wirklich nur, wenn man sehr viele Schnitte und ein entsprechend großes Nähzimmer hat.

Fazit:

Ich bin mir sicher, dass es für jede Hobbyschneiderin die richtige Variante gibt, die Schnittmuster ordentlich zu sortieren und aufzubewahren. Es macht so viel Freude, wenn man einen Lieblingsschnitt auch nach Jahren wieder nähen kann, ohne dass man dafür das Schnittmuster neu abpausen muss. So ging es mir zum Beispiel mit meinem Faltenrock, den ich vor ein paar Wochen genäht habe. Das Schnittmuster ist schon mehr als zehn Jahre alt!

Für mich sind die Boxen mit Hängemappen aktuell die optimale Lösung für meine Schnittmuster. So finde ich meine Schnitte immer wieder und durch die praktische Mappe geht auch während dem Nähen nichts verloren. Allerdings quillt die Box mit den Schnitten für Erwachsene schon über, ich werde mir also demnächst noch eine kaufen müssen und dann vielleicht in „Kleider & Röcke“ und „Oberteile und andere Kleidungsstücke“ unterteilen.

Schnittmuster sortieren und aufräumen

Wie bewahrst Du deine Schnittmuster auf? Hast du vielleicht eine andere Lösung dafür, die ich hier noch nicht genannt habe? Schreib‘ mir doch gerne einen Kommentar oder besuche mich auf meiner Facebook-Seite.

* Keine Produkt-Kollaboration/Werbung! Ich wurde nicht bezahlt um auf diese Website oder dieses Produkt zu verlinken. Auch das ProdukIch habe das Produkt selbst gekauft und verlinke dorthin, weil ich es gut finde.

 

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